Zu viele Bewohner:innen für eine Schicht
Du kennst alle mit Namen, Gewohnheiten und Lieblingstasse. Für jede und jeden bleibt trotzdem nur, was der Ablaufplan hergibt.

Für Altenpfleger:innen
Mit anerkanntem Abschluss: Altenpfleger:in
Bleib älteren Menschen nah – ohne Waschen, Lagern, Medikamentengabe und Stationsroutine.
Du kennst alle mit Namen, Gewohnheiten und Lieblingstasse. Für jede und jeden bleibt trotzdem nur, was der Ablaufplan hergibt.
Waschen, Anziehen, Insulin, Verbandswechsel. Grund- und Behandlungspflege laufen nach der Uhr, nicht nach dem Menschen.
Aus dem Bett, in den Rollstuhl, zurück, alle zwei Stunden umlagern. Dein Rücken merkt jede Schicht, auch mit Hilfsmitteln.
Der freie Tag hält, bis das Telefon klingelt. Und weil du weißt, wer sonst ohne Versorgung wäre, sagst du oft ja.
Biografiearbeit steht im Konzept. Im Alltag ist sie das Erste, was gestrichen wird, wenn die Zeit knapp ist.
Das sagt nichts gegen die Altenpflege und nichts gegen dein Team. Es beschreibt Personalschlüssel und Zeitvorgaben, in denen Zuwendung zur Restgröße wird.

Du weißt aus der Altenpflege, wie viel eine Lebensgeschichte erklärt: warum jemand am Nachmittag unruhig wird, welches Lied beruhigt, worüber man lieber nicht spricht. Im Wohnbereich steht das oft im Biografiebogen und bleibt dort.
Bei uns ist das Gespräch keine Zusatzaufgabe. Es ist der Besuch. Du begleitest dieselben Menschen über Wochen und Monate und hörst die Geschichte vom Schrebergarten auch ein drittes Mal, mit derselben Aufmerksamkeit.
Was ihr macht, sucht ihr gemeinsam aus: Fotoalben durchsehen, ein Gang zum Friedhof, Kartoffelsalat nach dem alten Rezept. Wir bringen dich dafür mit Menschen zusammen, deren Interessen zu deinen passen.
Bei uns begleitest du ältere Menschen im Alltag. Pflegerische Tätigkeiten gehören nicht dazu, auch nicht „mal eben“ oder „nur heute“.
Bittet dich jemand, doch kurz beim Waschen zu helfen, sagst du freundlich nein und gibst es an unsere Fachkraft weiter. Diese Grenze schützt dich und die Person, die du begleitest.
Trag dich ein, das dauert etwa zwei Minuten. Ob du neben deiner Stelle in der Altenpflege anfängst oder ganz wechselst, musst du jetzt noch nicht wissen. Das klären wir am Telefon.
Schalte um und sieh, was von der Liste übrig bleibt.
Gleichzeitig im Wohnbereich (symbolisch)
Nebenberuflich
Als Minijob neben deiner Stelle in der Altenpflege. Du legst den Besuch in deine freie Zeit und merkst nach ein paar Wochen, ob dir diese Arbeit guttut. Ändert sich dein Dienstplan, suchen wir gemeinsam eine Zeit, die trotzdem passt.
Hauptberuflich (Teilzeit)
Mehrere feste Menschen, planbare Wochen, angestellt mit Urlaub und Lohnfortzahlung, aber ohne Früh-, Spät- und Nachtwechsel. Wie viele Stunden sofort drin sind, hängt davon ab, wie viele ältere Menschen in deinem Viertel gerade Begleitung suchen. Das erfährst du vor dem Vertrag, nicht danach.
Viele Träger in der Altenpflege verlangen, dass du eine Nebentätigkeit anzeigst oder genehmigen lässt. Schau in deinen Arbeitsvertrag, bevor du startest.
Gleiche Bedingungen für alle, die bei uns begleiten. Leg sie in Ruhe neben deine jetzige Abrechnung.
Ehrlich: Wenn du heute Zuschläge für Nächte, Wochenenden und Feiertage bekommst, liegst du bei uns in der Regel darunter. Dafür wirst du nicht in einen Schichtplan eingeteilt und pflegst nicht körperlich. Die genauen Zahlen stehen oben. Viele fangen nebenher an und rechnen danach selbst.
Deinen Abschluss und deine Erfahrung behältst du. Bei uns arbeitest du aber nicht pflegerisch, auch nicht nebenbei. Manchen fällt das anfangs schwer, weil der pflegerische Blick nicht einfach abschaltet. Der Weg zurück in die Altenpflege bleibt dir offen. Fach- und Leitungsaufgaben bei uns findest du unter „Alle Wege zu uns“.
Oft ja. Viele Arbeits- und Tarifverträge in der Altenpflege verlangen, dass du eine Nebentätigkeit anzeigst oder genehmigen lässt. Schau in deinen Vertrag. Für deinen Träger bekommst du von uns eine kurze Tätigkeitsbeschreibung.
Du merkst vermutlich früher als andere, wenn jemand weniger trinkt, unsicherer läuft oder eine Wunde hat. Das schreibst du in die Besuchsnotiz und sagst es unserer Fachkraft; sie ist erreichbar und kümmert sich um das Weitere. Du versorgst nicht selbst. Im Notfall rufst du den Rettungsdienst.
Ja, und sie hilft sehr: Geduld, ein Gespür für Tagesform und Unruhe, auf Gefühle eingehen statt zu korrigieren. Du begleitest dabei als Gesprächspartner:in im Alltag, nicht als Pflegekraft. Pflegerische Einschätzungen und Maßnahmen bleiben bei der Pflege und bei unserer Fachkraft.
Ein Mensch, eine feste Zeit, eine Geschichte, die von Woche zu Woche weitergeht. Alles Weitere klären wir im Gespräch.