Zu viele Fälle für eine Stelle
Jeder Mensch auf deiner Liste verdient Zeit. Bei der Fallzahl reicht sie oft nur für das Nötigste.

Für Sozialarbeiter:innen mit Bachelor
Mit anerkanntem Abschluss: Bachelor Soziale Arbeit
Bei Vertraut Care begleitest du einen Menschen 1:1 – mit fester Zeit, echter Beziehung und ohne Fallstapel.
Schalte um und sieh, was aus dem Stapel wird. Die Karten sind ein ausgedachtes Beispiel.
Ein ausgedachter, aber realistischer Vergleich. Links ein Tag, wie ihn viele unter hoher Fallzahl kennen. Rechts ein Besuch bei uns. Achte darauf, wohin deine Aufmerksamkeit geht und wofür du am Ende verantwortlich bist.
Postfach: zwei neue Zuweisungen, ein Schreiben vom Amt, mehrere Rückrufbitten.
Hausbesuch. Du hörst zu und denkst gleichzeitig an die Unterlagen, die für den Antrag noch fehlen.
Ein Anruf, eine Familie in der Krise. Der Plan für den Vormittag ist vorbei.
Hilfeplan schreiben. Die Person, um die es geht, begegnet dir jetzt als Aktenzeichen.
Teamsitzung. Eine Kollegin fällt länger aus, ihre Fälle werden verteilt.
Auf dem Heimweg denkst du an die Frau, bei der du diese Woche nur telefonisch nachhaken konntest.
Du klingelst bei Herrn B. Ihr kennt euch seit ein paar Monaten.
Bank, dann Bäckerei. Er erledigt es selbst, du gehst mit und hast Zeit.
Auf einer Bank am Rhein erzählt er von seiner Schwester. Du fragst nach, weil es dich interessiert, nicht weil du etwas ableiten musst.
Ihr verabredet euch für nächsten Dienstag.
Drei Sätze in die App. Fällt dir etwas auf, das über den Alltag hinausgeht, gibst du es an unsere Fachkraft weiter.
Deine Verantwortung wird kleiner und klarer: Du bist für einen guten Besuch da, nicht für einen ganzen Fall.
Zwei Minuten, ohne Lebenslauf und Anschreiben. Ob du neben deiner Stelle beim Träger anfängst oder wechseln willst, besprechen wir am Telefon.
Deine Ausbildung hilft dir, genau hinzusehen. Den Auftrag der Sozialen Arbeit übernimmst du bei uns aber nicht, und das ist Absicht.
Merkst du, dass jemand Beratung oder Unterstützung bei Behörden braucht, sprichst du mit unserer Fachkraft; sie klärt, wer zuständig ist. In einer akuten Krise oder einem Notfall wählst du den Notruf und sagst danach der Fachkraft Bescheid.
Das ist keine Kritik an deinem Berufsfeld. Es beschreibt Bedingungen, unter denen viele Sozialarbeiter:innen arbeiten.
Jeder Mensch auf deiner Liste verdient Zeit. Bei der Fallzahl reicht sie oft nur für das Nötigste.
Gearbeitet wird dort, wo es gerade brennt. Für das, was Krisen verhindern könnte, bleibt selten Raum.
Berichte, Hilfepläne, Anträge, Fristen. Die Logik der Kostenträger bestimmt, womit dein Tag gefüllt ist.
Du nimmst schwere Geschichten mit nach Hause, oft ohne die Zeit gehabt zu haben, die du für richtig hältst.
Zuständigkeiten wechseln, Hilfen laufen aus. Kontinuierliche Beziehungsarbeit ist eher die Ausnahme.
Bei uns ist der Auftrag bewusst kleiner: ein Mensch, eine feste Zeit, eine Begleitung, die auf Dauer angelegt ist.
Nebenberuflich
Ein Nachmittag pro Woche als Minijob, neben deiner Stelle im Jugendamt, beim freien Träger oder in der Beratungsstelle. Du erlebst, wie sich Begleitung ohne Fallverantwortung anfühlt, und entscheidest danach.
Hauptberuflich (Teilzeit)
Mehrere feste Menschen statt einer Fallliste. Wie viele Stunden möglich sind, hängt davon ab, wie viele Menschen in deiner Nähe Begleitung suchen. Das sagen wir dir ehrlich, bevor du irgendetwas kündigst.
Welche Fach- und Leitungsrollen es bei uns gibt, siehst du auf der Karriereseite unter „Alle Wege zu uns“.
Kein Bescheid, den du erst auslegen musst. Diese Bedingungen gelten für alle Begleiter:innen, auch mit Abschluss in Sozialer Arbeit.
Nicht im Sinne der Sozialen Arbeit. Du erklärst keine Leistungsansprüche, prüfst keine Bescheide und begleitest keine Verfahren. Natürlich redet ihr über alles, was jemanden beschäftigt. Wird daraus ein Beratungsbedarf, gibst du ihn an unsere Fachkraft weiter, und sie klärt, wer zuständig ist.
Nein. Du steuerst keinen Fall, schreibst keinen Hilfeplan und bist nicht für die gesamte Versorgung eines Menschen zuständig. Deine Verantwortung ist dein Besuch: verlässlich da sein, aufmerksam begleiten, eine kurze Notiz schreiben. Für alles darüber hinaus gibt es eine erreichbare Fachkraft.
Das hängt von deinem Arbeitsvertrag ab. Im öffentlichen Dienst, etwa nach TVöD, und bei vielen freien Trägern, etwa mit AVR, musst du eine Nebentätigkeit in der Regel vorher anzeigen oder genehmigen lassen. Schau in deinen Vertrag oder frag in der Personalabteilung. Eine rechtliche Einschätzung können wir dir nicht geben, eine kurze Beschreibung der Tätigkeit für deine Anzeige schon.
Krisenintervention gehört bei uns nicht zu deiner Aufgabe. Im Notfall wählst du den Notruf. Macht dir etwas Sorgen, das nicht akut ist, sprichst du mit unserer Fachkraft. Deine Erfahrung hilft dir, Anzeichen früh zu sehen, handeln musst du nicht allein.
Es ist eine andere Arbeit, keine kleinere Version deiner bisherigen. Gesprächsführung, Haltung und ein Blick für Lebenslagen brauchst du bei jedem Besuch. Was wegfällt, ist die Verwaltung drumherum. Ob dir das reicht, merkst du am besten mit einem festen Besuch nebenher.
Du hast Soziale Arbeit studiert, weil dir Menschen wichtig sind. Bei uns ist ein Mensch der ganze Auftrag, möglichst jede Woche derselbe.